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Samstag, 15. Juli 2011, Bericht über den Ankunftstag
Dieser Bericht und alle, die ihm noch folgen werden, haben absoluten Seltenheitswert. Denn ein Medizinstudent lernt in den letzten Wochen vor dem Physikum, seinen Wortschatz auf die Buchstaben A bis E zu reduzieren und Stifte nur noch dazu zu verwenden, um ein X an die (hoffentlich) richtige Stelle zu setzen.
Aufgrund dieser besonderen Umstände bitten wir, Ausdrucksfehler, schockierende Rechtschreibfehler und generellen Unsinn als Symptome des großen Syndromkomplexes "Physikum" zu verstehen und zu entschuldigen.
Unsere Reise nach Aigen im Ennstal fing von Anfang an gut an. Der wie versprochen gelb-lilane, "stylische" Doppeldeckerbus mit der viel versprechenden Aufschrift "Helmuth – Reisen auf höchstem Niveau" hielt pünktlich vor Haus 74, um 56 präphysikumsgeschädigte Medizinstudenten und ihre seelischen Betreuer ins schöne Ennstal zu fahren. Trotz der bedauerlichen Tatsache, dass niemand im Bus Helmuth hieß – auch der Busfahrer nicht – stellte sich der Rest der Ankündigung "Reisen auf höchstem Niveau" als sehr zutreffend heraus. Es gab die sonst in Bussen so selten anzutreffende Beinfreiheit, bequeme Vierersitze und eine (wirklich) gut funktionierende Klimaanlage.
Unser freundlicher "Reiseleiter" Frank Bonzelius und der ebenfalls nette Busfahrer geleiteten uns durch viele gesetzlich vorgeschriebene Pausen.
Mit etwas Verspätung betraten wir zum ersten Mal Aigener Boden. Dieser magische Moment wurde auch gleich von Frau Lipke mit ihrer Kamera festgehalten. Da die Zimmereinteilung schon im Bus erfolgte, konnten wir unsere Zimmer rasch beziehen.
Fast alle durften sich über ein Zimmer mit Balkon und Ausblick auf den Putterersee freuen. Ein paar Mutige nutzten die erste Gelegenheit, um sich im See zu erfrischen.
Um 18 Uhr wartete das leckere Abendessen schon auf uns. Schlemmen konnten wir allerdings nicht allzu lange, da es nach einer kurzen Begrüßung der Hausherrin und einer Einführung von Werner Müller-Esterl sofort mit dem dreistündigen Lern-Marathon losging. Danach gab es Begrüßungsbowle und einen "T-Shirt-Basar", der kostenlos war, jedoch sorgten die Konfektionsgrößen für Verwirrungen. Dies war ein schöner Ausklang für unseren ersten Tag in Aigen.
Thurid, Sonja und Katharina
17. Juli 2011, Aigen in Österreich, es ist 06:30 Uhr: Der Wecker klingelt. Was tun Sie?
A: Joggen gehen
B: Schwimmen gehen
C: Wecker gegen die Wand schmeißen und weiter schlafen
D: Aufstehen und lernen
E: Keines der genannten trifft zu
07:15: Das Frühstück ist serviert. Was frühstücken Sie?
A: Müsli
B: Brötchen
C: Kaffeeeeeeeeeeeeeeeee!!!!!!
D: Scheiß auf Frühstück, erstmal Eine rauchen gehen
E: Verdammt, zu spät, war zulange im See schwimmen
08:00 – 12:00 Uhr: Ihre erste Unterrichtseinheit beginnt. Wie verhalten Sie sich?
A: Voll motiviert und hochkonzentriert ziehe ich die ersten vier Stunden durch
B: Ich versuche zu folgen, klappt auch ganz ok
C: Die Berge draußen sind wirklich schön.........
D: Mist, war doch ein Glas zu viel gestern Abend
E: Oh Gott, ich bin dumm. Was zum Teufel ist der Citrat-Schüttel??
12:00 Uhr: Gruppenfoto. Was tun Sie?
A: Ich komme 5 Minuten zu früh und bin voll durchgestylt
B: Ich stell mich in die erste Reihe und versuche mit dem T-Shirt, das alle anderen auch anhaben, aus der Masse heraus zu stechen
C: Ich steh auf Individualismus und komme nackt
D: Ich verstecke mich hinter den Profs und versuche, nicht gesehen zu werden
E: Ich komme 5 Minuten zu spät und bin nicht auf dem Foto
12:05 – 13:00 Uhr: Mittagessen. Wie empfinden Sie das?
A: Mein absolutes Highlight des Tages
B: Schon wieder essen. Wollen die mich hier mästen?
C: Ist der Kuchen von gestern Abend?
D: Habt ihr nichts zu fressen hier??? Ich will Pizza!!!
E: Habe zu viel gegessen. Mir ist schlecht.
13:00 - 16.00 Uhr: Zweite Einheit des Tages. Wie verhalten Sie sich? (Wurde aus der Wertung genommen, Wiederholungsfrage)
16:00 – 18:00 Uhr: Freies Arbeiten. Was tun Sie?
A: Ab zum See, darauf warte ich schon vier Stunden
B: Erstmal ab auf´s Zimmer, eine Runde pennen gehen
C: Natürlich in die Bib 2 Stunden lernen. Wozu sind wir denn sonst hier?
D: Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper (Volleyball, schwimmen...)
E: Einen langen Strick kaufen
18:00 – 19:00 Uhr: Essen....ja wir werden gemästet (ist aber auch lecker!!)
19:00 – 21:00 Uhr: FINALE FURIOSO. Die letzte Einheit des Tages steht an. Wie bewältigen Sie diese?
A: Bin immer noch topfit
B: Ich bin hier chronisch unterfordert
C: Mein Koffeinpegel steigt in pathologische Höhen
D: Ab 10 gibt's Bier
E: 10 Stunden Unterricht, 3 davon Anatomie und ich weiß immer noch nichts vom N. furcalis
21:00 - ............ : Wie verbringen Sie Ihren freien Abend?
A: Ab in die Bib. Wofür sind wir denn sonst hier?
B: Bier auf, Chips rein, ab auf`s Sofa (Frauenfußball)
C: Hab schon wieder Hunger
D: Ich geh ins Bett, schlafen....
E: Nein man, ich will noch nicht geh´n. Ich will noch ein bisschen kreuzen!!!
MfG, euer IMPP
Clara Lüdeke, Ronja Knabe, Niklas Schmidt, Adrian Endres
Montag, 18. Juli 2011
Schon am Montagabend prophezeite Prof. Schwarzacher dunkle Wolken am Horizont. Und er sollte Recht behalten: das Wetter änderte sich um 180°, es regnete und wurde kalt.
Daraufhin wurde am Dienstag statt der sagenumwobenen 2-Seen-Tour ein weiterer 10-stündiger Lernmarathon eingeschoben. Das bereitete nicht nur den Studenten Kopfschmerzen, sondern auch Herrn Dr. Bonzelius, der mittlerweile mindestens den 10. Stundenplan für uns ausgeklügelt hat.
Der erste Lichtblick nach 4 Stunden Kreuzen war das Mittagessen: Pizza! So entgingen wir einem hypoglykämischen Schock1 um Haaresbreite. Dem Tod eben so von der Schippe gesprungen, eilten wir wieder ans Werk.
Doch eine 2-stündige Pause ließ nicht lange auf sich warten. Die meisten Studenten nutzten die Zeit und pilgerten nach Aigen Downtown, um sich mit frischen Gütern einzudecken. Die mutigen Ausreißer wurden für ihren Tatendrang mit strömendem Regen auf dem Rückweg belohnt. Andere nutzten derweil die Zeit zur geistigen Erholung und hielten ein Nickerchen.
Ein weiteres Highlight erwartete uns dann beim Abendessen. Die österreichische Leibspeise Kaiserschmarrn mit Puderzucker, Pflaumen- und Apfelmus zauberte jedem ein Lächeln (vor allem Herrn Bonzelius=)) ins Gesicht und stärkte uns für den vorläufigen Lern-Endspurt.
Nun verabschieden wir (Alexandra, Patricia und Eva) uns und eilen zum abendlichen Ausklang, um uns mit einem gekühlten Bier zu erfrischen! Frei nach dem Motto "Auf jeden Regen folgt Sonnenschein" erhoffen wir uns für morgen besseres Wetter, um den lang ersehnten Ausflug zu machen.
Noch einen lieben Gruß an die Küche: Ihr seid wunderbar und wir sind noch nie so gut und reichhaltig während des Lernens versorgt worden!!!
1 Ein Hypoglykämischer Schock kann eintreten, wenn der Blutzuckerwert unter 50mg%/dl sinkt. Da vor allem das Gehirn zur Aufrechterhaltung aller Funktionen ständig Glucose verwertet,ist eine Unterzuckerung lebensbedrohlich.
Tagesbericht 19.07.
Um 6:00h starteten wir (die ganz Harten) den Tag mit einer gekonnten Seedurchquerung. Frisch geduscht und top motiviert, gingen wir zum, wie immer, absolut köstlichen Frühstücksbuffet. Anschließend folgten 4 Stunden intensives Kreuztraining. Frustrationsfaktor: 1,0
Dies wird wegen Platzmangel nicht näher erläutert. Dafür möchten wir auf das vorzügliche Mittagessen eingehen: Als Vorspeise gab es biologisch wertvollen Salat, anschließend Pangasiusfilet mit Nudeln. Den Abschluss bildeten exquisit zubereitete Marillenknödel. Danach waren wir pappsatt und es folgte das nächste Tageshighlight: Die Zwei-Seen-Tour
Punkt 13:00 Uhr empfing uns unser Reiseleiter Stephan mit einem gewöhnungsbedürftigen Dialekt. Es ging Richtung Norden, zunächst zum Grundlsee im Salzkammergut, der uns aufgrund des klaren, türkisfarbenen Wassers begeisterte. Wir machten eine Bootsfahrt über den Toplitzsee, stiegen am anderen Ufer aus, um von dort aus zu Fuß den Kammerersee zu erkunden. Hier findet sich die Quelle der Traun, die in Linz 178km in die Donau mündet. Als wir uns alle von den Wassersprungkünsten der Schwarzacher-Söhne überzeugt hatten, fuhren wir wieder zum Ausgangspunkt der Tour, dem Grundlsee, wo wir noch Zeit hatten am blendend schönen Strand zu schwimmen.
Gleiche Zeit, 2000 Meter höher quälten sich vier tapfere Bergsteiger um Feldforscher Prof. Dr. Nürnberger, welcher der Gruppe während der Bergtour von Eisenhut, Arnika und Fossilien berichtete. Spielend leicht erklomm das Gigantenquartett den Großen Tegerl im zerklüfteten Toten Gebirge. Nach einem gigantischen Ausblick und dem Überwinden von insgesamt 3000 Höhenmetern (davon 2000 mit dem Auto^^) erreichte die Expedition das Basiscamp nach einer wilden Serpentinenfahrt leider etwas zu spät. So verpassten sie den überaus spannenden und heiß diskutierten Vortrag von Prof. Dr. Robert Nitsch. Zentrales Thema des Vortrags war die Frage nach der Gedankenfreiheit des Menschen.
Passend hierzu hatte Dr. Voelcker die Ehre mit einigen Studenten "Die Gedanken sind frei" anzustimmen. (Sehr zu Freuden der restlichen Belegschaft.) Mit einer zünftigen Grillfete um 20 Uhr begann der harmonische Abschluss des Tages. Zu Ehren des Geburtstagskindes (Dr. Frank Bonzelius) und des über viele Jahre leidenschaftlich erbrachten Einsatzes von Prof. Dr. Smolders präsentierten uns die Aigner Stadtmusikanten in Zusammenarbeit eines Kommilitonen von ihrer besten Seite. Und so feierten wir noch bis spät in die Nacht.
Christian und Marcel
Der Spechtensee…
Schon die Abfahrt zu diesem düsteren Ort war dramatischer, als es die Gummiboot-Tour jemals hätte sein können…
Zur Vorbereitung auf die Gefahren, die in und um den Spechtensee auf uns lauern würden, spielten wir Sticky-Ball. Die Fahrt zum Spechtensee (Lage über 2400m) war eine Verfolgungsjagd, bei der J.S. versuchte den Rest des Konvois abzuhängen.
Endlich angekommen, wurden wir von dem Anblick der sich uns bot in den Bann gezogen: Hubschraubergroße Libellen, verführerisch duftende Waldbeeren - giftig natürlich, betörende menschengroße fleischfressende Orchideen, einer Wolke die sich um die Sonne legte und für geschlagene 2 Stunden wie festgenagelt am Firmament und somit vor der Sonne blieb, und vielen sonderbaren Menschen, die dieses kleine Land bevölkern.
Manch’ Tapferer traute sich sogar auf die Wanderung um den Spechtensee, ein lebensgefährliches Unterfangen, bei der so mancher in den Nebeln verloren gegangen oder im tiefen Moor versunken und nie wieder zurückgekommen ist. Die Flora und Fauna war auch sehr interessant…
Andere begaben sich ins tiefdunkle Gewässer, welches mit Minusgraden und einem Seemonster aufwarten konnte. Es hatte sich aber zum Glück schon an Österreichern gütlich getan und starrte mit verträumter Miene auf die spiegelnde Oberfläche des Sees.
Glücklicherweise fand sich unsere Reisegruppe nach 2 Stunden, fast vollzählig, wieder zusammen. Weitere 20 Minuten später trudelten dann auch die letzen beiden von ihrer Wanderung um den Spechtensee ein, mit Matsch bis zu den Knien, aber ein zufriedenes, ja frohes Gesicht, ob der bestandenen Heldentat.
Nach dieser Anstrengung durfte eine zünftige Stärkung nicht fehlen, somit begaben wir uns noch in eine Almhütte, bei der wir uns mit allem stärkten was es gab. ( kein Apfelstrudel, kein Milchstrudel ). Wir taten uns am „Steirer-Kaskrapfen“ gütlich. ( sehr zu empfehlen, eine Spezialität der Region: Zubereitet wird sie nach folgendem Rezept: Man gebe Schuheinlagen in alte Wanderstiefel, beschreite einen 3000er damit, nehme sie wieder heraus, erwärme sie auf angenehme Temperatur und genieße sie )
Das Ende des Ausflugs war gekommen und wir fuhren erschöpft, manch einer auch mit Umwegen, aber glücklich, zurück nach Aigen.
A.M, J.T,K.B
Nach der gestrigen Grillfete am Putterer See begann der Tag wie gewohnt mit einem schrillen Weckerklingeln – bei manchen früher – bei manchen später.
Schon während des Frühstücks bemerkte man bange Blicke nach draußen. Ob das Wetter bis zum Nachmittag halten würde?? Das Highlight der Woche stand kurz bevor!!!
Vor der ersten Lerneinheit stand die morgendliche Kaffeeinfusion an.
Bereits um Flur begegnete man müden Medizinstudenten, welche sich schlurfend im Entenmarsch mit Kaffeetassen bewaffnet Richtung Klassenraum bewegten.
An diesem Morgen stand erst Physiologie, dann Anatomie und schließlich das von uns allen geliebte Fach Chemie auf dem Stundenplan.
Nach diversen Fragen zu Heterocyclen, Titrationskurven und Redoxreaktion folgte eine Stunde Zytobiologie auf höchstem Niveau.
"Na endlich – die erste Frage vollständig richtig beantwortert!"- dieser erleichterte Ausruf einer Medizinstudentin unterstreicht den Schweregrad der Übung, erklang er doch leider erst bei der letzten der 20 Kreuzfragen.
Punkt 11:50h begann unser Gaster auf sich aufmerksam zu machen.
Als Medizinstudent lernt man schon früh: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Seien es Sitzplätze in der Bibliothek oder das köstliche Fleisch bei der Essensausgabe.
Nach einem hektisch verspeisten Mahl hieß es erneut "pünktlich sein!": Ohne Verdauungspause, exakt um 13h, fuhr uns unser treuer gelb-lila Freund Helmuth zum heiß ersehnten Rafting-Abenteuer auf der Salza.
Nach eineinhalb Stunden kurvenreicher Fahrt erreichten wir unser vorläufiges Ziel, wo wir uns zügig in sexy Neoprenanzüge quetschen und Schwimmwesten, Helme und Paddel erhielten.
In voller Montur begaben wir uns zurück in Helmuths warmes Inneres für eine weitere 10minütige Busfahrt flussaufwärts.
Endlich erreichten wir die Einstiegsstelle und erkämpften uns unseren Platz im Boot- egal ob Zweier- Dreier-Sechser oder Achter-Boot, wir alle erlebten fortan eine "mords Gaudi".
Die großen Boote wurden von Guides begleitet, während mutige Kommilitonen und ein heldenhafter Dozent sich todesmutig auf eigene Faust in die Salza stürzten. Trotz niedrigem Wasserpegel barg der Fluss einige Tücken, die besonders für die kleinen Boote eine Herausforderung darstellten.
Dank dem Drill der medizinischen Ausbildung und dem dabei erlernten Kommandobefolgen umfuhren die guidegeführten Boote jedoch jegliche Gefahrenzonen. Was sogleich mit einem Lob des Bootsführers einherging : ).
Auf Hälfte der Strecke erwartete die mutigen unter uns eine weitere Herausforderung in Form eines kühnen Sprungs in die Salza. Aus gefühlten fünf Metern stürzten sie sich in den zehn Grad kalten und durchaus wilden Fluss.
Während den restlichen sieben Kilometern entlud sich auf ruhigen Abschnitten der Konkurrenzkampf zwischen den Booten als "Wasserschlacht", an turbulenten Stellen hingegen wurde unser Teamgeist gestärkt (Einsammeln der Besatzung "geflippter" Boote).
Müde aber glücklich erreichten wir nach insgesamt zweieinhalben Stunden Fahrt unser Ziel.
Jetzt hieß es raus aus dem Neopren, rein in den Bus und ab zum Essen.
Ganz der fleißige Medizinstudent ließen wir den Tag mit Herrn Nürnbergers informativer Histologieshow und anschließendem Bierchen ausklingen.
Sophia, Vanessa und Victoria
WE WILL ROCK YOU
Wie jeden Morgen klingelte der Wecker in aller Herrgottsfrüh um 06.30Uhr. In Aussicht auf den Freddy Mercury Vortrag heute Mittag stellten wir uns die Frage "How can I go on"? Da man einen anständigen Tag mit einem guten Kaffee beginnt lag die Antwort auf der Hand: Wir folgten dem Kaffeeduft in Richtung kaiserlichem Frühstück.
Nach schon tagelangem Kreuzen und weiteren vier Stunden hofften wir inständig: "There Must Be More To Life Than This"!!! Frei nach diesem Motto zog es uns zum Mittagessen. Nach einem opulenten Schnitzel machten wir uns auf gen Pürgg.
Der freundliche Busfahrer und Helmuth (der Bus) brachten uns zu dem kleinen Ort am Rande des Grimming, lange bezeichnet als der höchste Berg der Steiermark. Wohl aufgrund der Höhe und der beschwerlichen Anfahrt leben dort nur einige verstreute 946 Seelen (Stand 1. Jänner 2011). Unter Beobachtung der Einwohner (oder Touristen?) folgten wir unserem heutigen Fremdenführer Herrn Schwarzacher zur Johannes-Kapelle. Ehrfürchtig betraten wir das kleine Kirchenhaus und lauschten den Erklärungen, da die unvollständigen Bilder, noch dazu ohne Beschriftung der Nomina Anatomica, uns ein Rätsel aufgaben. Herr Schwarzacher beherrschte wie schon im Unterricht die hohe Kunst der Duplomatie…..nein, die hohe Kunst die gemalten Geschichten in interessante Worte zu fassen.
Weiter ging es zur Kirche des Heiligen Georg, wo bereits Pfarrer Nürnberger wartete - Lets Go To Heaven! Als erfahrener Anatom zeigte uns er die Ossarien, in denen die Knochen der Verstorbenen lagern. Anschließend machte er uns in der Kirche mit Babsi und Kathrinchen, den christlichen Jungfrauen, bekannt.
Nachdem wir sicher wieder in unser Basislager zurückgekehrt waren, wartete schon unser Präsi Herr Müller-Esterl mit seinem improvisierten Vortrag über Freddy Mercury auf uns, da sich für den Nachmittag schlechtes Wetter angekündigt hatte (die Sonne schien dann aber doch).
Der lockere Vortrag entstammt eigentlich einem Wahlpflichtfach, in dem Lebensweg und Leiden berühmter Persönlichkeiten behandelt werden. Glücklicherweise war WME der Überzeugung uns nicht schon wieder mit Fachlichem informieren zu müssen und beschäftigte sich daher vorrangig mit dem Lebensweg des an AIDS erkrankten und 1991 verstorbenen Freddy Mercury's. Untermalt mit den besten Hits von Queen zeichnete Herr Müller-Esterl das Leben einer der größten und exzentrischsten Größen in der Popgeschichte nach. Wer wusste schon, dass Freddy Mercury Katzenliebhaber war und eigentlich aus Indien stammte?!
Getreu einem seiner größten Hits "Let's Turn It On" gestalteten wir den restlichen Abend.
Julia, Lisa, Matthias und Valerie
22.7
Als wir aufwachten, waren unsere Hände noch völlig im Unklaren darüber, was heute mit Ihnen geschehen würde, auch dass sie abends beim Schreiben dieses Berichtes über der Tastatur einschlafen würden.
Angefangen hat der Tag für die meisten mit einem kurzen Frühstück und umso längeren vier Unterrichtsstunden inklusive wohlwollenden Ernährungstipps für die anstehende Prüfung (nur Schokolade, da sind wir dabei!). Dann, nach dem Mittagessen, gabs die letzte Stunde auf die Ohren – über, wer hätte es gedacht, Ernährung! Beim einstündigen Schattenphysikum gaben alle nochmal das Beste, fürs eigene Gewissen und für den ausgeschriebenen Preis. Wertvolle Tipps für das Mündliche gabs von Dr. Werner Müller-Esterl und den letzten verbliebenen Dozenten mit Erfahrungsberichten aus ihren jeweiligen Fächern. In der Abschlussrunde konnten wir uns im Feedback-geben üben, bevor es dann eeendlich in die freie Zeit ging. Also ab an den See. Schwimmen, Volleyball, Frisbee, Slackline, Fussball oder einfach in der Nicht-Sonne liegen – jeder konnte tun und lassen was er wollte.
Bis um 20 Uhr. Da wurden wir dann zum Abschlussdinner erwartet. Dr. Werner Müller- Esterl überreichte jedem ein Glas Sekt und wir stießen auf den letzten Abend an.
Danch folgte ein leckeres Essen mit asiatischem Touch. Die Küchendamen wurden mit Recht sehr bejubelt.
Dieser Abend war in gewisser Weise einzigartig: Wir Studenten hatten ihn mitorganisiert und uns Spiele überlegt. Es startete mit einer Runde "Reise nach Aigen" bei der Dr. Schwarzacher ... ("what happens in Aigen, stays in Aigen...") um das Spiel zu gewinnen.
Fortgesetzt wurde es mit einer Runde Powerpoint-Karaoke, bei der fünf Mutige sich der Aufgabe stellten einen Vortrag mit völlig fremden Präsentation zu halten. Es ging sehr auf unsere Lachmuskeln.
Als nächstes durften wir anatomische und österreichische Begriffte malen und erraten.
Im Spiel darauf wurde unsere medizinisch-pantomimische Darstellungskraft gefördert. Bei dem die Dozenten, die sich sonst recht gut gehalten hatten, endlich auch mal etwas überfordert waren.
Das letzte Spiel stellte die Unterreichtsstunden nach, allerdings mit unnützem Wissen. Wir müssten die Dozenten der Sommerschule nachmachen und erraten. Ein gelungener Abschluss.
Den Rest des Abends wurde gechillt, getrunken und gequatscht und teilweise um 6 Uhr morgens noch in den See gesprungen.
Morgens um acht war Hellmut mit einer Dracula-artigen Szene geschmückt: Lauter Halbtote und ein bestechender Geruch nach Knoblauch. Liebe riecht eben nach belegten Brötchen mit Knoblauchwurst und wir wussten unsere fürsorglichen Küchendamen spätestens bei der ersten Pause mal wieder sehr zu schätzen
Man konnte jetzt sein anatomisches Wissen praktisch anwenden und sich in clevere Körperformen winden, um auf den Sitzen einem möglichst angenehmen Schlaf zu fröhnen. Wenn wenig Körperteile einschliefen, hatte man seinen Job für diesen Morgen erledigt. In den darauf folgenden Pausen waren halb-mattes Umhertrotten und die Einlösung der Rasthof-Toiletten-Gutscheine die größten Herausforderungen – insofern ein angemessenes Kontrast-Programm zu den Kniffeligkeiten der vorherigen Woche.
Wer in Frankfurt nach ca. sechs Stunden Schlaf, immer noch müde aus dem Bus fiel, schnappte noch den passenden Koffer und auf ging's nach Hause.
Gesichter, die man vorher nur aus der großen Studentenmasse kannte, waren plötzlich mit einem netten Schweif aus Bergluft, Moorsee und Marillenknödeln hinterlegt.
Allein deshalb, fanden viele, hatte sich die Sommerschule mehr als bezahlt gemacht.
Anne-Claire, Sophia und Giulia